FI-Schutzschalter Typ A oder Typ B: So wählen Sie richtig

Die Frage „FI-Schutzschalter Typ A oder Typ B wählen?" beschäftigt Elektriker und Hausbesitzer gleichermaßen. Bei jeder Elektroinstallation in Deutschland stellt sich diese Entscheidung, sei es im Zählerschrank, der Unterverteilung oder beim Anschluss einer Wallbox. Die falsche Wahl kann nicht nur zu teuren Nachrüstungen führen, sondern im schlimmsten Fall Personenschäden verursachen. Dieser Ratgeber von Ismailkar UG aus Hanau erklärt Ihnen die technischen Unterschiede, nennt die relevanten Normen und hilft Ihnen, für jeden Anwendungsfall die richtige Entscheidung zu treffen. So finden Sie bei ismailkar.de Elektroinstallation Store die passende Original-Markenware für Ihre Installation.

Warum die Typenwahl über Sicherheit und Funktion entscheidet

Der Fehlerstromschutzschalter (RCD) ist eine der wichtigsten Schutzeinrichtungen in jeder Elektroinstallation. Er erkennt Fehlerströme und unterbricht den Stromkreis innerhalb von Millisekunden. Der Unterschied zwischen Typ A und Typ B liegt in der Art der Fehlerströme, die er zuverlässig erkennt. Ein Typ-A-Schutzschalter reagiert auf Wechselfehlerströme und pulsierende Gleichfehlerströme. Der Typ B erkennt zusätzlich glatte Gleichfehlerströme, die bei modernen Elektroniken wie Frequenzumrichtern, Photovoltaik-Wechselrichtern oder Ladestationen für Elektrofahrzeuge entstehen können.

Die VDE-Bestimmungen DIN VDE 0100-530 sowie die Anwendungsregel VDE 0100-722 für Ladestationen schreiben den Einsatz bestimmter Typen vor. In vielen Neubauten ist seit 2018 ein FI-Schutzschalter für Steckdosenstromkreise bis 32A ohnehin Pflicht. Für Wallboxen gilt: Hier ist ein Typ-B-Schutzschalter vorgeschrieben, da Gleichfehlerströme auftreten können. Ein Typ-A-Schutzschalter würde diese nicht zuverlässig erkennen und der Schutz wäre nicht gewährleistet. Das Oberhauptrgument für die Entscheidung ist also nicht der Preis, sondern die Sicherheit und die normgerechte Installation.

Typ A oder Typ B: Der große Vergleich für Ihre Installation

Um Ihnen die Entscheidung zu erleichtern, haben wir die wichtigsten Merkmale der beiden Typen gegenübergestellt. Für die Praxis entscheidend ist die Frage: Welche Verbraucher sind im Stromkreis vorhanden? Sind es klassische Haushaltsgeräte oder moderne Elektronik mit Gleichstromanteilen?

Merkmal FI Typ A (z.B. Hager CDB440B) FI Typ B (z.B. ABB FI Typ B 40A)
Erkennt Wechselfehlerströme Ja Ja
Erkennt pulsierende Gleichfehlerströme Ja Ja
Erkennt glatte Gleichfehlerströme Nein Ja
Geeignet für Wallboxen Nein (nicht ohne zusätzliche Maßnahmen) Ja (VDE 0100-722)
Anwendung Photovoltaik Bedingt (mit Einschränkungen) Ja
Einsatz in Altbau-Sanierung Sehr häufig Bei moderner Elektronik empfohlen
Preisbereich pro Stück (ca.) 25-60 EUR 150-400 EUR
Typische Marken Hager, ABB, Siemens ABB, Siemens, Eaton

Der Hager CDB440B ist ein bewährter Typ-A-Schutzschalter mit 40A Bemessungsstrom und 30mA Fehlerstrom. Er eignet sich perfekt für den Standard-Einsatz im Haushalt, etwa für Steckdosenkreise in Wohnräumen, Bädern oder Außenbereichen. Der ABB FI Typ B 40A ist dagegen die erste Wahl, wenn Sie eine Wallbox installieren oder einen Drehstrommotor mit Frequenzumrichter absichern möchten. Der Siemens 5SM3 FI ist ebenfalls in beiden Typen verfügbar und bietet eine hohe Zuverlässigkeit bei kompakter Bauweise.

Typ A: Der Allrounder für den Haushalt

Der Typ-A-Schutzschalter ist der Standard in fast allen Wohninstallationen. Er schützt zuverlässig vor den typischen Fehlerströmen, die bei Haushaltsgeräten mit konventioneller Technik auftreten. Waschmaschinen, Herde, Beleuchtung und Steckdosen in Wohnräumen werden mit Typ A sicher abgedeckt. Die Installation ist unkompliziert und die Geräte sind in jeder guten Elektrofachabteilung erhältlich. Bei Sanierungsprojekten im Rhein-Main-Gebiet ist der Typ A die wirtschaftlichste Lösung, solange keine Spezialverbraucher im Stromkreis hängen.

Typ B: Pflicht bei E-Mobilität und Drehstrom

Wer ein Elektrofahrzeug besitzt oder eine Wallbox plant, kommt um den Typ-B-Schutzschalter nicht herum. Die Norm VDE 0100-722 verlangt ihn ausdrücklich, wenn die Ladung mit AC-Wechselstrom erfolgt. Auch für drehstrombetriebene Maschinen in Werkstätten oder landwirtschaftlichen Betrieben ist der Typ B vorgeschrieben, da diese glatte Gleichfehlerströme erzeugen können. Die höheren Anschaffungskosten von 150-400 EUR amortisieren sich durch die Sicherheit und die normgerechte Installation. Ein nachträglicher Tausch ist nämlich deutlich teurer als die Investition in die richtige Technik von Anfang an.

Auswahl-Leitfaden: Welcher FI-Schutzschalter ist der richtige?

Für die Praxis haben wir einen klaren Leitfaden entwickelt, der Ihnen die Entscheidung erleichtert:

  • Standard-Haushalt ohne E-Auto: Typ A (z.B. Hager CDB440B) genügt für alle Stromkreise außerhalb der Küche mit Elektroherd. Hier ist Typ A bis 63A ebenfalls ausreichend.
  • E-Auto-Besitzer oder geplante Wallbox: Typ B für den Ladekreis zwingend. Empfehlung: ABB FI Typ B 40A, da dieser für die Dauerlast einer Ladung ausgelegt ist.
  • Photovoltaikanlage: Typ B für den Wechselrichter-Kreis, da Gleichfehlerströme fließen können.
  • Werkstatt mit Schweißgerät oder Kran: Typ B für Drehstromanschlüsse mit Frequenzumrichter.

Installation Tipps vom Profi

  • Prüfen Sie den Bemessungsstrom: Der FI-Schutzschalter muss für den maximalen Strom des abgesicherten Kreises ausgelegt sein. Ein 40A FI passt für die meisten Haushalte, für E-Herde und Wallboxen ist er die Mindestanforderung.
  • Achten Sie auf den Fehlerstrom: 30mA ist der Standard für Personenschutz. Für Brandschutz sind 300mA-FI-Schutzschalter zusätzlich sinnvoll.
  • Kombinieren Sie FI und LS: Ein FI-Schutzschalter allein schützt nicht vor Überlast. Kombinieren Sie ihn immer mit einem Leitungsschutzschalter (LS-Schalter) oder verwenden Sie einen FI/LS-Kombischutzschalter.
  • Kennen Sie den Unterschied Typ F: Der Typ F erkennt zusätzlich hochfrequente Fehlerströme und ist eine Alternative für Frequenzumrichter bis 1kHz. Für Wallboxen bleibt Typ B aber Pflicht.
  • Planen Sie Reserve: Installieren Sie im Verteiler Platz für weitere FI-Schutzschalter. Die Nachrüstung kostet sonst unnötig Zeit und Geld.
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FAQ – Häufig gestellte Fragen

F: Was ist der Unterschied zwischen FI Typ A und Typ B? A: Der Typ-A-Schutzschalter erkennt Wechsel- und pulsierende Gleichfehlerströme. Der Typ-B-Schutzschalter erkennt zusätzlich glatte Gleichfehlerströme, die bei E-Auto-Ladung, PV-Anlagen und Frequenzumrichtern entstehen.

F: Muss ich für eine Wallbox einen FI Typ B einbauen? A: Ja, die Norm VDE 0100-722 schreibt für Ladestationen einen Fehlerstromschutzschalter Typ B vor, da beim Laden Gleichfehlerströme auftreten können, die ein Typ A nicht erkennt.

F: Kann ich einen Typ A gegen einen Typ B tauschen? A: Ja, der Tausch ist technisch möglich, wenn der Einbauraum im Verteiler passt. Beachten Sie, dass Typ-B-Schutzschalter größer sind. Planen Sie bei Neuanlagen immer den Platz für die Nachrüstung ein.

F: Welche Marken bieten zuverlässige FI-Schutzschalter? A: Hager, ABB und Siemens gehören zu den führenden Marken. Der Hager CDB440B für Typ A und der ABB FI Typ B 40A sind bewährte Modelle, die Sie bei ismailkar.de Elektroinstallation Store finden.

F: Ist ein FI Typ A bei einem Elektroherd ausreichend? A: Ja, für einen herkömmlichen Elektroherd mit Drehstrom ist ein Typ-A-Schutzschalter ausreichend, sofern keine Elektronik mit Gleichrichtern verbaut ist. Bei Induktionskochfeldern ist Typ A ebenfalls ausreichend.

F: Was kostet ein FI-Schutzschalter Typ B? A: Die Preise liegen je nach Marke und Ausführung zwischen 150 und 400 EUR. Der ABB FI Typ B 40A liegt im mittleren Preissegment und bietet ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.

Fazit: Sicherheit geht vor – Typ B für E-Mobilität, Typ A für den Standard

Die Entscheidung zwischen FI-Schutzschalter Typ A oder Typ B ist eine Frage des Anwendungsfalls. Für die meisten Haushalte ohne E-Auto oder PV-Anlage ist der Typ A die wirtschaftlich richtige Wahl. Wer jedoch in die Zukunft investieren möchte, E-Mobilität plant oder eine Photovoltaikanlage betreibt, sollte zum Typ B greifen. Die höheren Anschaffungskosten sind eine Investition in die Sicherheit und ersparen Ihnen teure Nachrüstungen. Als Elektriker oder Hausbesitzer im Rhein-Main-Gebiet finden Sie bei ismailkar.de Elektroinstallation Store die passenden Original-Markenware von Hager, ABB und Siemens. Bestellen Sie jetzt den Hager CDB440B für Standardinstallationen oder den ABB FI Typ B 40A für E-Mobilität und Photovoltaik – mit schnellem Versand aus Hanau.