LS-Schalter B oder C Charakteristik: Unterschied einfach erklärt

Die Wahl des richtigen Leitungsschutzschalters (LS-Schalter) ist eine der grundlegenden Entscheidungen bei der Planung jeder elektrischen Installation – ob im privaten Wohnungsbau, im gewerblichen Umfeld oder in industriellen Anlagen. Immer wieder stehen Elektriker, Auszubildende und Planer vor der Frage: LS-Schalter B oder C Charakteristik – welcher ist der richtige? Der Unterschied liegt im Auslöseverhalten bei Kurzschluss und Überlast, und die falsche Wahl kann zu Fehlauslösungen oder unzureichendem Schutz führen. In diesem Beitrag erklären wir die technischen Hintergründe, vergleichen konkrete Modelle von Hager, ABB und Siemens und geben Ihnen einen praxisnahen Leitfaden für die richtige Auswahl.

Warum die Charakteristik Ihres LS-Schalters entscheidend ist

Die normativen Grundlagen für Leitungsschutzschalter sind in der DIN EN 60898-1 (VDE 0641-11) festgelegt. Sie definiert unter anderem die Auslösecharakteristiken B, C und D. Jede Charakteristik beschreibt, bei welchem Vielfachen des Nennstroms (Iₙ) der Schalter im Kurzschlussfall auslöst.

  • Charakteristik B: Auslösung zwischen 3- und 5-fachem Nennstrom (3-5 x Iₙ)
  • Charakteristik C: Auslösung zwischen 5- und 10-fachem Nennstrom (5-10 x Iₙ)
  • Charakteristik D: Auslösung zwischen 10- und 20-fachem Nennstrom (10-20 x Iₙ)

Für die meisten Anwendungen in Deutschland kommen die B- und C-Charakteristiken zum Einsatz. Die Wahl beeinflusst nicht nur die Schutzwirkung, sondern auch die Selektivität im Verteiler und die Anlagenverfügbarkeit. Ein falsch gewählter LS-Schalter kann bei Motoren oder Schaltnetzteilen zu ungewollten Auslösungen führen – ein Ärgernis für Handwerker und Endkunden gleichermaßen.

LS-Schalter B oder C Charakteristik: Technischer Vergleich

Um die Unterschiede greifbar zu machen, vergleichen wir drei marktgängige Modelle.

Merkmal Hager MCB B16A (MTN116) ABB LS C16A (S201-C16) Siemens 5SL6 (5SL6216-7)
Charakteristik B C B
Nennstrom 16 A 16 A 16 A
Auslösebereich 48 – 80 A 80 – 160 A 48 – 80 A
Schaltvermögen 6 kA (nach EN 60898) 6 kA (nach EN 60898) 6 kA (nach EN 60898)
Polzahl 1-polig 1-polig 1-polig
Typische Anwendung Beleuchtung, Steckdosen Motoren, Kompressoren Beleuchtung, Steckdosen
Preisbereich (ca.) 6 – 10 EUR 8 – 14 EUR 7 – 11 EUR

Details zu den Vergleichsprodukten

Hager MCB B16A (MTN116): Ein Standard-Leitungsschutzschalter der Baureihe MTN. Durch die B-Charakteristik ist er ideal für reine ohmsche Lasten wie Beleuchtungskreise und Steckdosen. Die kompakte Bauweise und die einfache Montage machen ihn zum Favoriten im Wohnungsbau. Hager liefert seit Jahrzehnten zuverlässige Technik für den deutschen Markt – bei ismailkar.de Elektroinstallation Store erhalten Sie Originalware mit schnellem Versand aus Hanau.

ABB LS C16A (S201-C16): Der S201 ist der Klassiker von ABB. Die C-Charakteristik ermöglicht den Einsatz an Kreisen mit höheren Einschaltströmen, beispielsweise für Steckdosen in Werkstätten oder für kleine Motoren. ABB ist ein globaler Technologieführer, dessen Komponenten in vielen Industrieanlagen verbaut werden.

Siemens 5SL6 (5SL6216-7): Der 5SL6 von Siemens ist ein moderner Leitungsschutzschalter mit B-Charakteristik. Er eignet sich ebenso für Standardanwendungen und punktet mit der langjährigen Erfahrung des Münchner Traditionsunternehmens. Die Serie 5SL6 zeichnet sich durch hohe Schaltleistung und einfaches Zubehör aus.

Auswahl-Leitfaden: Wann B, wann C?

Die Wahl der Charakteristik hängt entscheidend vom angeschlossenen Verbraucher ab.

LS-Schalter mit B-Charakteristik (3-5 x Iₙ)

  • Einsatzgebiete: Beleuchtungskreise, Steckdosenkreise in Wohnungen, Heizungssteuerungen, Klingelanlagen
  • Vorteile: Sehr guter Schutz für ohmsche Lasten; niedrige Auslöseschwelle verhindert thermische Überlastung
  • Empfehlung: Für 95 % aller Haushaltsstromkreise in Deutschland ist die B-Charakteristik die richtige Wahl

LS-Schalter mit C-Charakteristik (5-10 x Iₙ)

  • Einsatzgebiete: Motoren, Kompressoren, Schaltnetzteile, Notstromaggregate, Steckdosenkreise in Werkstätten
  • Vorteile: Höhere Toleranz gegenüber Einschaltströmen; vermeidet Fehlauslösungen beim Start von Verbrauchern mit hohem Anlaufstrom
  • Empfehlung: C-Charakteristik ist Standard in gewerblichen und industriellen Anwendungen

Wann ist die Charakteristik D sinnvoll?

Charakteristik D (10-20 x Iₙ) wird in der Regel nur für spezielle Anwendungen wie starke Motoren, Umspanner oder Schweißgeräte eingesetzt. Im normalen Wohnungsbau ist sie selten erforderlich.

Installation Tipps

  • Prüfen Sie die Anlaufströme der Verbraucher: Insbesondere LED-Treiber und Schaltnetzteile können hohe Einschaltströme verursachen. Ein LS-Schalter mit C-Charakteristik kann hier Fehlauslösungen vermeiden.
  • Selektivität im Verteiler einhalten: Der LS-Schalter muss mit den vorgelagerten Sicherungen (z.B. NH-Sicherungen) abgestimmt sein. Die Auslösecharakteristik beeinflusst die Staffelung.
  • Normgerechte Verlegung: Achten Sie auf die Leitungslänge und den Kabelquerschnitt. Ein zu langer Leitungsweg kann den Kurzschlussstrom reduzieren, sodass ein LS-Schalter mit C-Charakteristik unter Umständen nicht mehr auslöst. Ein Berechnungsbeispiel: Bei einer Leitung von 50 Metern NYM-J 3x1,5 mm² kann der Kurzschlussstrom auf unter 80 A fallen – dann wäre ein LS-Schalter B16A noch ausreichend, ein C16A jedoch kritisch.
  • Dokumentieren Sie die Charakteristik: In der Anlagendokumentation sollte vermerkt sein, welche Charakteristik in welchem Stromkreis verbaut ist. Das erleichtert spätere Wartungen und Fehlersuchen.
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FAQ — Häufig gestellte Fragen

F: Was ist der Unterschied zwischen LS-Schalter B und C Charakteristik? A: Der Unterschied liegt im Auslöseverhalten bei Kurzschluss. LS-Schalter mit B-Charakteristik lösen bei 3- bis 5-fachem Nennstrom aus, solche mit C-Charakteristik bei 5- bis 10-fachem Nennstrom. Das bedeutet: B-Schalter reagieren empfindlicher auf Überströme, C-Schalter tolerieren höhere Einschaltströme (z.B. von Motoren).

F: Welche Charakteristik ist für Steckdosen in der Wohnung richtig? A: Für Steckdosenkreise im Wohnungsbau wird in der Regel die B-Charakteristik verwendet. In Werkstätten oder Garagen mit Maschinen (z.B. Kreissägen, Kompressoren) ist die C-Charakteristik zu empfehlen.

F: Kann ich einen LS-Schalter B16A durch einen C16A ersetzen? A: Ja, sofern der Leitungsquerschnitt und die Schutzeinrichtung (FI-Schalter) dafür ausgelegt sind. Der C16A hat eine höhere Kurzschlussauslöseschwelle, was zu einer geringeren Selektivität führen kann. Prüfen Sie vor dem Tausch die Kurzschlussstromverhältnisse in Ihrer Anlage.

F: Was bedeutet Nennstrom beim LS-Schalter? A: Der Nennstrom (z.B. 16 A) gibt an, welchen Dauerstrom der LS-Schalter führen kann, ohne auszulösen. Bei Überschreitung löst der thermische Auslöser (Bimetall) nach einer definierten Zeit aus. Der Nennstrom muss auf den Leitungsquerschnitt abgestimmt sein.

F: Sind LS-Schalter von Hager, ABB und Siemens kompatibel? A: Ja, die meisten LS-Schalter haben ein einheitliches Rastermaß (1 TE = 18 mm) und passen in handelsübliche Verteilersysteme. Die Montage auf Hutschiene (EN 60715) ist normiert. Dennoch empfehlen wir, innerhalb eines Verteilers Fabrikate einheitlich zu verwenden.

F: Wie erkenne ich die Charakteristik eines LS-Schalters? A: Die Charakteristik (B, C, D) ist in der Regel gut sichtbar aufgedruckt, z.B. "B16A" oder "C16A". Zusätzlich findet sich die Angabe auf der Verpackung und im Datenblatt.

F: Was ist Selektivität und warum ist sie wichtig? A: Selektivität bedeutet, dass im Fehlerfall nur der dem Fehler nächstgelegene Schutzschalter auslöst. Dadurch bleibt die Versorgung der übrigen Stromkreise erhalten. Die Charakteristik beeinflusst die Selektivität – LS-Schalter mit C-Charakteristik können mit vorgelagerten Sicherungen besser gestaffelt werden.

Fazit: Die richtige Wahl für Ihre Installation

Der LS-Schalter B oder C Charakteristik Unterschied ist kein Detail, sondern eine sicherheitsrelevante Entscheidung für jede elektrische Anlage. Die B-Charakteristik ist der Standard für den Wohnungsbau und eignet sich hervorragend für ohmsche Lasten. Die C-Charakteristik ist die richtige Wahl, wenn Verbraucher mit höheren Einschaltströmen angeschlossen werden – insbesondere in gewerblichen und industriellen Anwendungen.

Planer und Elektriker in der Rhein-Main-Region um Hanau vertrauen auf die Markenqualität von Hager, ABB und Siemens. Bei ismailkar.de Elektroinstallation Store finden Sie eine große Auswahl an Original-Leitungsschutzschaltern – vom Hager MCB B16A über den ABB LS C16A bis zum Siemens 5SL6. Alle Produkte entsprechen den geltenden VDE- und DIN-Normen und werden von uns als autorisierter Fachhändler mit schnellem Versand ausgeliefert. Ob Sie einen Verteiler neu aufbauen oder einen defekten Schalter tauschen – wir beraten Sie gerne zur passenden Charakteristik und zum richtigen Nennstrom.