LS-Schalter B oder C Charakteristik: Unterschied einfach erklärt

Die Wahl zwischen einem Leitungsschutzschalter mit B- oder C-Charakteristik ist eine der grundlegenden Entscheidungen in der Elektroinstallation. Der LS-Schalter B oder C Charakteristik Unterschied bestimmt maßgeblich, ob Ihre Anlage bei einem Kurzschluss oder Überlast zuverlässig abschaltet – oder ob es zu Fehlauslösungen kommt. Für Elektriker in Hanau, im Rhein-Main-Gebiet und ganz Deutschland ist dieses Verständnis essenziell, um normgerechte und funktionale Stromkreise zu planen. In diesem Beitrag erklären wir Ihnen die genauen Unterschiede, zeigen konkrete Anwendungsfälle und vergleichen die gängigsten Modelle von Hager, ABB und Siemens.

Warum die richtige Charakteristik über Sicherheit und Funktion entscheidet

Der Leitungsschutzschalter, umgangssprachlich auch "Sicherungsautomat" genannt, hat zwei Aufgaben: Er schützt die Leitung vor Überlast (thermische Auslösung) und vor Kurzschluss (elektromagnetische Auslösung). Die Charakteristik B oder C bezieht sich ausschließlich auf die Kurzschlussauslösung – genauer gesagt auf den Faktor, mit dem der Nennstrom multipliziert wird, bis der Schalter augenblicklich auslöst.

Für Azubis und angehende Elektrofachkräfte ist dies eines der ersten Konzepte, das in der Praxis wirklich zählt. Ein falsch gewählter LS-Schalter kann entweder ständige Fehlauslösungen verursachen (wenn die Charakteristik zu empfindlich ist) oder im Fehlerfall nicht rechtzeitig auslösen (wenn sie zu träge ist). Beides kann teure Folgen haben – von Produktionsausfällen bis hin zu Brandgefahr.

Die Norm DIN VDE 0100-430 definiert die Anforderungen an Überstromschutzeinrichtungen. In der Praxis hat sich für bestimmte Anwendungsbereiche eine klare Aufteilung etabliert, die wir Ihnen im Folgenden detailliert darstellen.

LS-Schalter B vs. C: Technische Unterschiede und Auslöseverhalten

Der zentrale LS-Schalter B oder C Charakteristik Unterschied liegt im Auslösestrombereich:

Charakteristik Auslösefaktor (In) Typische Anwendung Beispiele
B 3–5 × In Leuchten, Steckdosen, Wohnungsinstallation Hager MCB B16A, ABB LS B16A
C 5–10 × In Motoren, Transformatoren, gewerbliche Maschinen ABB LS C16A, Siemens 5SL6 C16A
D 10–20 × In Schweißgeräte, große Motoren, Industrie Hager MCB D16A (Sonderfall)

B-Charakteristik: Der Standard für die Wohninstallation

Ein LS-Schalter mit B-Charakteristik löst bei 3- bis 5-fachem Nennstrom aus. Bei einem B16A (16 Ampere Nennstrom) bedeutet das: Der Schalter löst bei einem Kurzschlussstrom zwischen 48 A und 80 A sofort aus. Diese Charakteristik ist ideal für ohmsch-induktive Lasten mit geringen Einschaltströmen – also genau das, was in Wohnungen und Büros typisch ist.

Der Hager MCB B16A aus der BR-Reihe ist ein Paradebeispiel für einen zuverlässigen B-Leitungsschutzschalter. Er ist VDE-zertifiziert, hat ein Schaltvermögen von 6 kA nach EN 60898 und ist für den Einsatz in Verteileranlagen bis 63 A optimiert. Hager fertigt in Deutschland und Österreich – ein Qualitätsmerkmal, das viele Planer zu schätzen wissen.

C-Charakteristik: Für Lasten mit hohem Einschaltstrom

Die C-Charakteristik löst im Bereich von 5- bis 10-fachem Nennstrom aus. Ein C16A schaltet also erst bei 80 A bis 160 A Kurzschlussstrom ab. Dieser scheinbar "trägere" Bereich ist bewusst gewählt: Motoren, Kompressoren, Kältemaschinen und Leuchtstofflampen mit Vorschaltgeräten haben beim Einschalten kurzzeitig einen deutlich höheren Strombedarf als im Betrieb. Ein B-Schalter würde hier fehlauslösen.

Der ABB LS C16A aus der S200-Reihe ist einer der meistverbauten C-Leitungsschutzschalter im gewerblichen Bereich. ABB setzt auf eine kompakte Bauweise und eine klare Beschriftung – wichtig für die schnelle Identifikation im Verteilerkasten. Die S200-Serie bietet zudem eine optionale Kontaktstellungsanzeige, die in industriellen Anwendungen sehr geschätzt wird.

Siemens 5SL6: Die Allround-Lösung

Der Siemens 5SL6 ist ein besonders flexibler Leitungsschutzschalter, der sowohl in B- als auch C-Charakteristik erhältlich ist. Siemens verbaut in dieser Serie einen Doppelklemmschutz für erhöhte Berührungssicherheit – ein Detail, das in der Praxis Zeit spart. Der 5SL6 ist für 6 kA Schaltvermögen ausgelegt und gehört zur Siemens SENTRON-Familie, die sich durch einheitliche Zubehörteile auszeichnet.

Auswahl-Leitfaden: Wann B, wann C?

Die Entscheidung für B oder C hängt von mehreren Faktoren ab. Als Faustregel gilt:

  • B-Charakteristik für: Beleuchtungsstromkreise, Steckdosen in Wohnungen, Heizungssteuerungen, Lüftungsanlagen mit kleinen Motoren, allgemeine Verteiler in Wohngebäuden
  • C-Charakteristik für: Motorenstromkreise, Aufzüge, Rolltore, Kompressoren, Großküchengeräte, gewerbliche Waschmaschinen, Klimaanlagen, Transformatoren

Installation Tipps für die Praxis

  • Selektivität prüfen: Achten Sie auf die Staffelung der Charakteristiken im Verteiler. Vorsicherung (z.B. 63A C) → Hauptsicherung (z.B. 25A C) → Endstromkreis (z.B. 16A B) – so stellen Sie sicher, dass nur der betroffene Endstromkreis auslöst.
  • Kabelquerschnitt beachten: Ein B16A erfordert mindestens 1,5 mm² Kupferleitung (nach DIN VDE 0298-4). Bei längeren Leitungen kann der Querschnitt erhöht werden, um den Schleifenwiderstand zu reduzieren.
  • FI/LS-Kombinationen: Für Fehlerstromschutz und Leitungsschutz in einem Gerät gibt es FI/LS-Schalter. Hier ist die Charakteristik ebenfalls wählbar (B oder C). Bei ismailkar.de Elektroinstallation Store finden Sie passende FI/LS-Kombinationen von Hager und ABB.
  • Temperaturderating: Bei höheren Umgebungstemperaturen (z.B. im Verteilerkasten über 30°C) reduziert sich die Belastbarkeit des LS-Schalters. Planen Sie hier einen Sicherheitsaufschlag von 10-15% ein.
  • Prüfprotokoll führen: Dokumentieren Sie bei der Inbetriebnahme die Auslösezeiten und Charakteristiken – das ist nicht nur gute Praxis, sondern in vielen Fällen auch Nachweispflicht nach DIN VDE 0100-600.
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FAQ – Häufig gestellte Fragen zum LS-Schalter B oder C Unterschied

F: Kann ich einen B-Schalter durch einen C-Schalter ersetzen? A: Grundsätzlich ja, wenn der Kurzschlussstrom ausreichend hoch ist und der Leiterquerschnitt den höheren Auslösestrom verkraftet. Bedenken Sie jedoch: Ein C-Schalter schützt die Leitung weniger empfindlich. Bei einem Kurzschluss mit geringem Strom (z.B. durch hohe Leitungslängen) kann es sein, dass der C-Schalter nicht auslöst. Konsultieren Sie im Zweifel einen Fachplaner.

F: Warum gibt es überhaupt verschiedene Charakteristiken? A: Die unterschiedlichen Auslösebereiche sind auf die verschiedenen Lastarten abgestimmt. Ohne diese Differenzierung müssten alle Schalter entweder sehr empfindlich (ständige Fehlauslösungen bei Motoren) oder sehr träge (Brandgefahr bei Wohnungsinstallation) sein. Die Abstufung ermöglicht eine optimale Anpassung.

F: Welche Charakteristik ist für eine Wärmepumpe richtig? A: Wärmepumpen haben einen Kompressor mit hohem Einschaltstrom. Hier ist in der Regel die C-Charakteristik vorgeschrieben. Die genaue Dimensionierung hängt von der Herstellerangabe ab – oft wird ein C16A oder C20A empfohlen.

F: Ist ein B16A immer besser als ein C16A? A: Nein. "Besser" ist immer kontextabhängig. Für einen normalen Steckdosenstromkreis ist B16A optimal – für einen Motorstromkreis wäre es die falsche Wahl. Entscheidend ist der Einschaltstrom der angeschlossenen Verbraucher.

F: Wie erkenne ich die Charakteristik am Schalter? A: Die Charakteristik ist auf dem Gehäuse aufgedruckt – meist als Großbuchstabe direkt vor dem Nennstrom (z.B. "B16" oder "C16"). Bei Hager MCB-Modellen steht die Charakteristik in einem farblich hinterlegten Feld, bei ABB S200 auf der Vorderseite, bei Siemens 5SL6 neben dem Prüfzeichen.

F: Was passiert bei einem Kurzschluss hinter einem B16A? A: Bei einem Kurzschluss (theoretisch unendlich hoher Strom) löst der B16A innerhalb weniger Millisekunden aus. Der Kurzschlussstrom muss jedoch mindestens 48 A betragen (3 × In), damit die magnetische Auslösung zuverlässig anspricht. Bei sehr langen Leitungen kann der Kurzschlussstrom zu niedrig sein – dann verlässt man sich nur auf die thermische Auslösung, die träger ist.

F: Gibt es LS-Schalter mit einstellbarer Charakteristik? A: Für den Standard-Installationsbereich (EN 60898) nicht. Im industriellen Bereich (EN 60947-2) gibt es elektronische Schutzschalter mit einstellbaren Parametern, die jedoch deutlich teurer sind und spezielle Kenntnisse erfordern.

Fazit / Kaufempfehlung

Der LS-Schalter B oder C Charakteristik Unterschied ist kein Geheimnis, aber eine der wichtigsten Entscheidungen in der Elektroplanung. B-Charakteristik für die Standard-Wohninstallation, C-Charakteristik für Motoren und gewerbliche Lasten – mit dieser Faustregel liegen Sie in 80% der Fälle richtig. Entscheidend ist die sorgfältige Analyse der angeschlossenen Verbraucher und die Einhaltung der DIN-VDE-Normen.

Bei ismailkar.de Elektroinstallation Store in Hanau finden Sie eine große Auswahl an Original-Leitungsschutzschaltern von Hager, ABB und Siemens – in beiden Charakteristiken und allen gängigen Nennströmen. Ob Sie den Hager MCB B16A für Ihre Wohnungsinstallation, den ABB LS C16A für den gewerblichen Einsatz oder den Siemens 5SL6 als flexible Lösung suchen – wir liefern Original-Markenware mit schnellem Versand innerhalb Deutschlands. Unsere Produkte sind VDE-geprüft und entsprechen den aktuellen DIN-Normen. Für Planer und Elektriker im Rhein-Main-Gebiet bieten wir zudem eine persönliche Beratung vor Ort.